DEUTSCHE EISHOCKEYGESCHICHTE
4. Februar 1887
Auf dem Halensee in Berlin findet das erste Eishockeyspiel auf deutschem Boden (Akademischer Sport Club Berlin gegen eine aus Studenten gebildete gemischte Mannschaft - 11:4) statt.
1901
Gründung der ersten Eishockey-Abteilung im Berliner Schlittschuhclub. Weitere Vereinsgründungen in Berlin, Dresden, Hamburg, Bremen, München, Königsberg, Heidelberg, Mannheim und Wiesbaden folgen.
1908
Eishockey wird als Sparte in den Deutschen Eissport-Verband aufgenommen.
19. September 1909
Deutschland wird als sechste Nation nach Belgien, Böhmen, England, Schweiz und Frankreich in den internationalen Verband LIHG aufgenommen.
1910
Deutschland nimmt an der ersten Europameisterschaft in Avants/Montreux teil und belegt Platz zwei (Sieger England).
1911
Erstmals wird eine Europameisterschaft in Deutschland (Berlin) ausgetragen mit Sieger Böhmen. Der Berliner Hermann Kleeberg wird zum Vizepräsidenten der LIHG gewählt (bis 1912 außerdem 1932-33, 1935-36).
1912
Die erste deutsche Meisterschaft wird ausgespielt (Sieger Berliner Schlittschuhclub).
1930
Deutschland wird in Berlin erstmals Europameister (zweiter Titelgewinn 1934 in Mailand, dazu viermal Silber und siebenmal Bronze bei EM-Turnieren).
1930
Deutschland wird Zweiter der Weltmeisterschaft, 1932 und 1934 jeweils WM-Dritter.
1932
Olympia-Bronze bei den Winterspielen in Lake Placid.
1936
Olympische Winterspiele und Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen (Gold für Großbritannien).
1947
Der SC Riessersee wird erster Meister nach dem Weltkrieg (1942, 1943, 1945 und 1946 keine Meisterschaften ausgetragen).
1948
Einführung der Oberliga als höchste Spielklasse.
1953
Silber bei der Weltmeisterschaft in Zürich/Basel hinter Schweden (nur vier Nationen am Start).
1955
Weltmeisterschaft in Krefeld/Düsseldorf (Sieger Kanada). Weitere WM-Turniere in Deutschland 1975 in München/Düsseldorf (Sieger UdSSR), 1983 in Dortmund/Düsseldorf/München (Sieger UdSSR) und 1993 in München/Dortmund (Sieger Russland).
1958
Einführung der Bundesliga als höchste Spielklasse.
16. Juni 1963
Gründung des Deutschen Eishockey-Bundes in Krefeld (acht Landesverbände, 32 Vereine). Gemeinsame Vorsitzende werden Ludwig Zametzer (Füssen) und Dr. Günther Sabetzki (Düsseldorf). Von 1964 bis 1992 ist Otto Wanner (Füssen) DEB-Präsident, von 1992 bis 1995 Ulf Jäkel (Kaufbeuren), seit dem 18. Februar 1995 Rainer Gossmann (Düsseldorf).
1972
Eröffnung des Bundesleistungszentrums in Füssen.
1975
Der Düsseldorfer Journalist Dr. Günther Sabetzki wird zum IIHF-Präsidenten gewählt (bis 1994).
1976
Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck (die Mannschaft: Weishaupt, Kehle - Berndaner, Kießling, Metz, Auhuber, Thanner, Völk - Köpf, Kühnhackl, Funk, M. Hinterstocker, Schloder (Kapitän), Phillipp, Köberle, Boos, F. Vozar, Reindl. Trainer Xaver Unsinn).
3. Dezember 1988
Erstes Länderspiel der deutschen Damen-Nationalmannschaft (5:6 gegen die Schweiz in Geretsried).
1989
Die deutsche Damen-Nationalmannschaft gewinnt bei der Damen-Europameisterschaft (Düsseldorf/Ratingen) die Bronzemedaille.
1990
Einweihung des neuen Bundesleistungszentrums in Füssen.
1994
Einführung der Profi-Liga Deutsche Eishockey-Liga (DEL).
Die neue Zeitrechnung im deutschen Eishockey
Die Eishockey-Landschaft Deutschlands veränderte sich
Die Eishockey-Landschaft hat sich verändert, und dies nicht nur geringfügig, sondern in ihren Fundamenten. Schon 1958, fünf Jahre vor der Einführung des Fußballdeutschen liebsten Kindes organisierte sich die Eishockey-Elite in der Bundesliga. Der erste deutsche Meister war damals der EV Füssen, der letzte Klub, der aus dem Bereich der Bundesliga zum Champion gekürt wurde, kam wieder aus Bayern: Hedos München.
Der September 1994 war ein historischer Monat. In ihm startete das deutsche Eishockey unter gänzlich neuen Bedingungen. Die beste Firmenmannschaft wird sich zukünftig Meister der Deutschen Eishockey-Liga DEL nennen dürfen. 18 ehemalige Erst- oder Zweitligisten gingen als Firmen mit ihren berufstätigen Cracks daran, dem Produkt Eishockey bundesweit einen dauerhaften Marktanteil zu sichern. Show und Business nach nordamerikanischem Strickmuster hielten Einzug in die Arenen der Bundesrepublik.
Das prickelnde, bestürzende, begeisternde, fassungslose, deprimierende oder auch überschäumende Gefühl für Auf- und Abstieg ist nicht mehr - die „Unabsteigbaren“ müssen ihren Anhängern andere Möglichkeiten der Gefühlsausbrüche liefern. Es gibt keine Liga-Veränderung der alten Form mehr, ein Auflösen der Firma oder Einkaufen in die Profiliga ist in Zukunft angesagt. Absteiger oder Emporkömmlinge wird es überwiegend nur noch im Amateurbereich des bundesdeutschen Eishockeys geben.
Lassen wir die Geschehnisse noch einmal Revue passieren: Kurz nach dem Saisonstart 1993/94 wurde aus dem Verbandstag des DEB die erste Weiche für die Veränderung der deutschen Eishockey-Landschaft gestellt. Mit überwältigender Mehrheit verabschiedeten die Vereinsfunktionäre eine Satzungsänderung, die zum Strukturwandel der Eishockey-Szene führen sollte. 13 Jahre nach der Einführung des Play-off-Systems, analog zum großen Vorbild NHL, sahen die Vereinsvertreter das Heil ihrer Klubs erneut in einer Anlehnung an die nordamerikanische Profiliga. Die eklatante Verschuldung der Bundesligisten und die häufigen Pleiten vor allem in der Zweiten Liga erschienen Anlass genug zur Umorientierung. Eine Radikalkur sollte ab der Spielzeit 1995/96 zur Gesundung der Klubs führen.
Im April und Mai 2001
ist der Deutsche Eishockey-Bund Ausrichter der Weltmeisterschaft. Mit über 407 000 Besuchern wird die WM 2001 an den drei Spielorten Kölnarena, Preussag Arena Hannover und Arena Nürnberg wirtschaftlich absolut erfolgreich. Aber auch die sportlichen Leistungen sind herausragend. Der Aufsteiger Deutschland wird mit zum Teil begeisternden Spielen mit einem 2:2-Remis über den Olympiasieger aus der Tschechischen Republik oder einem 3:3-Remis gegen Kanada Viertelfinalist und erreicht den achten WM-Rang nach zuvor Platz 20 1999 in der Weltrangliste.
|